Freifunker wollen mehr Laternen mit Wlan und E-Ladestationen (WAZ, 27.02.2017)

MÜLHEIM.  Mülheims Freifunker-Initiative fordert eine Umrüstung von Straßenlaternen mit Wlan-Technik und Ladestationen für E-Autos – und wird ausgebremst.

Der Weg in die digitale Zukunft der Stadt ist ein steiniger. Das musste die hiesige Freifunkinitiative jüngst im Ausschuss für Stadtentwicklung feststellen. Dort zeigte sich die Stadtverwaltung wenig aufgeschlossen der Idee gegenüber, künftig in Straßenlaternen vermehrt auch Wlan-Technologie einzubauen und, wo angebracht, gleich die Voraussetzung zu schaffen, über den Mast Strom für ein Elektroauto zu ziehen.
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„Die Freude der Menschen ist unser Ansporn“ (Seite der Stadt Mülheim/Ruhr, 27.09.2016)

„Die Freude der Menschen ist unser Ansporn“

Freifunker versorgen die zweitgrößte Flüchtlingsunterkunft der Stadt mit freiem WLAN

Seit Januar 2016 betreiben die Johanniter im Auftrag der Stadt Mülheim an der Holzstraße in Broich eine Flüchtlingsunterkunft. Auf dem Gelände der Firma Rauen sind in der ehemaligen Tennishalle und in extra dafür errichteten Holzhäusern momentan cirka 200 Menschen untergebracht, darunter viele Familien mit Kindern.
Um den Bewohnern den Kontakt zu den Freunden und Verwandten in der Heimat zu ermöglichen, aber auch die Orientierung im neuen Land zu erleichtern, wurde die lokale Gruppe des Vereins Freifunk Rheinland e.V. beauftragt die Internetversorgung für die Bewohner herzustellen. Die vorgeschlagene Lösung erwies sich als die Beste für diese Einrichtung. Durch die Freifunk-Technologie kann ein nahezu flächendeckender, freier und kostenlosen Zugang ins Internet bereitgestellt werden.

Freifunker versorgen die zweitgrößte Flüchtlingsunterkunft der Stadt mit freiem WLAN. von links: Andreas Manthei (Firma Rauen), Tobias Janssen (Johanniter), Jill Rogge (Unterkunftsleiterin), Deniz Goecek, Dennis Bohnen (Johanniter), Friedrich Holland-Moritz (Freifunk Mülheim)

Auf dem Foto von links: Andreas Manthei (Firma Rauen), Tobias Janssen (Johanniter), Jill Rogge (Unterkunftsleiterin), Deniz Goecek, Dennis Bohnen (Johanniter), Friedrich Holland-Moritz (Freifunk Mülheim)

Foto: Freifunk Mülheim

Nach intensiver Planung unter Beteiligung der Johanniter und der Firma Rauen wurde das Projekt schlussendlich erfolgreich umgesetzt und die zweitgrößte Flüchtlingsunterbringung der Stadt ans Freifunknetz angeschlossen.

Normalerweise teilen Nachbarn ihre Bandbreite mit den anderen und ermöglichen so den Zugang zum Internet. Im speziellen Fall steht an der Holzstraße jedoch nicht genügend Bandbreite zur Verfügung. Darum übernahm die Firma Rauen die Anschubfinanzierung für Freifunk-taugliche Router und stellt die Anschlussfinanzierung für den schnellen Internetanschluss für die kommenden Jahre sicher.
„Mit unserem Engagement wollten wir einen Beitrag leisten, die Aufenthaltsqualität in der Unterkunft zu verbessern“, sagt der zuständige Ansprechpartner der Firma Rauen Andreas Manthei. „Dabei mussten wir einige technische Hürden überwinden und uns einiges einfallen lassen, um die Idee eines freien WLANs für die Menschen in der Unterkunft zu realisieren.“
Dabei spielten von Anfang an auch die Johanniter, die als Betreuer der Unterkunft maßgeblich an der technischen Planung und Installation mitbeteiligt waren, eine wichtige Rolle.
„Ohne die Unterstützung der Firma Rauen und den Johannitern wäre diese Herausforderung nicht zu meistern gewesen“, meint der Freifunker Friedrich Holland-Moritz. „Obwohl wir bereits mehrere Unterkünfte in der Stadt versorgt haben, gibt es keine allgemeine Lösung für alle“.
Auf die Frage, ob die Kapazitäten auch für die geplanten maximal 400 Bewohner ausreichen, heißt es, dass man erst einmal schauen wird, wie das bei der aktuellen Nutzerzahl läuft. Danach wird man weitersehen. „Die Freude der Menschen, die nun endlich „zu Hause“ Internet haben, gibt uns den Ansporn weiter zu machen“.

Mehr Infos: www.freifunk-muelheim.de

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Freifunknetz wird in der Innenstadt weiter gespannt (WAZ, 24.09.2016)

Die Idee einer flächendeckenden Versorgung der Innenstadt mit Freifunk – offenen WLAN-Netzen, die kostenlos von jedermann genutzt werden können – steht vor einem weiteren Schritt: RWE (innogy SE) hat zwei Prototypen eines speziellen Akkus entwickelt, mit dem (witterungsbeständige) WLAN-Router auf den (RWE-eigenen) Laternenmasten der Schloßstraße mit Strom versorgt werden können, um so das Routersignal vom nördlichen Teil der Innenstadt weiter bis ans Ruhrufer zu tragen.

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Freies Netz für alle (NRZ, 07.04.2016)

Kostenloser Zugang zum Internet, zeitlich unbegrenzt. Über ein öffentliches WLAN wurde in vielen Städten diskutiert. Wolfsburg, wo es dieses Angebot schon seit drei Jahren gibt, galt als Musterbeispiel. Oder das niederländische Grevelingen, wo sogar die Polizei ihre Daten über dieses Netz versendet. Davon konnte in Mülheim Anfang April letzten Jahres noch lange nicht die Rede sein. Auf ihrer Homepage meldete die Stadt 57 öffentliche Standorte in Mülheim mit kostenlosem WLAN. Um auf dieser verzeichnet zu werden, musste sich der Betreiber allerdings auch selbst bei der Stadt melden. In den meisten Fällen handelte es sich um Hotspots – das Netz reicht dann nur einige hundert Meter weit. Der Großteil der Anbieter sind Cafés, Einkaufszentren wie das Forum oder Hotels. Aber auch im Medienhaus können Besucher der Stadtbücherei WLAN nutzen. Von öffentlichem WLAN in der gesamten Innenstadt war man aber noch weit entfernt. Zwar hatte sich eine Arbeitsgruppe aus Mitarbeitern der Stadtverwaltung, der Wirtschaftsförderung und der MST gebildet, so Kämmerer Uwe Bonan auf NRZ-Anfrage, doch es mussten Hürden überwunden werden. „Die größte ist die sogenannte Störerhaftung“, so Bonan. In Deutschland haftet der Betreiber des WLANs. Wenn ein Nutzer etwa Musik illegal herunterlädt, wird der Betreiber zur Rechenschaft gezogen. Provider wie die Telekom oder Unitymedia sind von der Störerhaftung befreit, zu ihnen habe die Stadt Kontakt gesucht, auch zu den Freifunkern, die ebenfalls über den Status eines Providers verfügen. Auf diesem Wege, so hoffte Bonan, sollte ein kostenfreies WLAN für die Innenstadt möglich werden.

Hier hat sich einiges getan. Die Stadt ist eine Kooperation mit der Initiative „Freifunk Rheinland“ eingegangen. Continue reading

Mülheimer Freifunker bauen WLAN-Netz aus (NRZ/WAZ, 01.02.2016)

Mülheim.  Die Geschäftsführung im Forum überreichte der Freifunk-Initiative Mülheim 20 Router, die in den kommenden drei Wochen in der City angebracht werden sollen.

Der Einkaufswagen ist voll: 20 Router (Netzwerk-Gerät) stapeln sich — neu und noch verpackt. Das technische Equipment im Wert von rund 2000 Euro hat Eberhard Uhl, vom Einkaufszentrum Forum als Spende an Rainer Nelbach und Andreas Körber von den Freifunkern übergeben. Die zwei und ihre Mitstreiter von der Mülheimer Freifunkerinitiative werden in den nächsten drei Wochen die Technik in der City anbringen. Es ist ein weiterer Schritt zum flächendeckenden WLAN-Netz – kostenloser Zugang ins Internet – in der Innenstadt, dessen Ausbau noch ein paar Monate dauern könnte, so Andreas Körber.
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